Anja Schöne ist eine deutsche Theaterregisseurin und Autorin, deren Arbeit besonders mit dem Theater für Kinder und Jugendliche verbunden ist. Seit der Spielzeit 2016/17 leitet sie das LUTZ, die Sparte für junges Publikum am Theater Hagen. Ihr beruflicher Weg führte sie von Köln über das Staatstheater Stuttgart und das Schlosstheater Moers zu zahlreichen freien Regiearbeiten. Neben klassischen Inszenierungen entwickelt Schöne partizipative und interdisziplinäre Formate und arbeitet regelmäßig mit jungen Menschen. Auch außerhalb der Bühne ist ihr Name präsent: Gemeinsam mit Jess Jochimsen übertrug sie Carson Ellis’ ungewöhnliches Bilderbuch „Wazn Teez?“ ins Deutsche.
Anja Schöne im Überblick
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Name | Anja Schöne |
| Geburtsjahr | 1978 |
| Geburtsort | Krefeld |
| Beruf | Regisseurin und Autorin |
| Aktuelle Funktion | Leiterin des LUTZ am Theater Hagen |
| LUTZ-Leitung | seit der Spielzeit 2016/17 |
| Studium | Germanistik, Anglistik sowie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft |
| Weiteres Studium | Comunicación Audiovisual an der Universidad de Málaga |
| Abschluss | Magisterexamen 2004 |
| Bekannte Bucharbeit | „Wazn Teez?“ mit Jess Jochimsen |
| Arbeitsschwerpunkte | Theater für junges Publikum, kulturelle Bildung, Stückentwicklung und partizipative Formate |
Die biografischen Eckdaten werden in der offiziellen Vita des Theater Hagen sowie beim Dachverband Jugendliteratur bestätigt.
Ausbildung und Einstieg in die Theaterarbeit
Nach dem Abitur studierte Anja Schöne an der Universität zu Köln Germanistik, Anglistik sowie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft. 2004 beendete sie das Studium mit dem Magisterexamen. Zusätzlich studierte sie Comunicación Audiovisual an der Universidad de Málaga in Spanien. Schon während ihrer Studienzeit sammelte sie praktische Theatererfahrung als Dramaturgin und Regieassistentin an freien Kölner Bühnen.
Nach dem Studienabschluss folgte ihr erstes festes Engagement als Regieassistentin am Staatstheater Stuttgart. Anschließend arbeitete sie zwei Jahre als Regieassistentin am Schlosstheater Moers. Dort entstanden bereits fünf eigene Regiearbeiten. Gleichzeitig beschäftigte sie sich mit kultureller Bildung und setzte Theaterprojekte an Schulen in Moers um. 2007 ging sie zurück nach Köln und arbeitete von dort aus als freie Regisseurin und Autorin.
Von Moers über Bochum nach Köln
Schönes Arbeit blieb eng mit Nordrhein-Westfalen verbunden. 2008 übernahm sie für die Stadt Moers die Leitung der dortigen „Local Heroes“-Woche im Rahmen von RUHR.2010. Laut Theater Hagen wurde das Projekt über fast zwei Jahre vorbereitet und mündete 2010 in ein Kulturprogramm mit mehr als 100 Veranstaltungen und Programmpunkten.
Zwischen 2008 und 2013 leitete Schöne außerdem Jugendclubs und spartenübergreifende Projekte am Jungen Schauspielhaus Bochum. Bei „Just do it“ entwickelte sie gemeinsam mit Jugendlichen verschiedener Schulformen die Textvorlage. Das Projekt „Hauptschule in Bewegung 5 – Just do it“ erhielt im Wettbewerb „Kinder zum Olymp!“ einen Preis in der Sparte Musiktheater.
Von 2013 bis 2016 war Schöne Hausregisseurin und Teil des Leitungsteams des Horizont Theaters Köln. Ihre Regiearbeiten führten sie darüber hinaus unter anderem an Bühnen in Bonn, Bochum, Duisburg, Essen, Freiburg, Mainz und Mülheim an der Ruhr sowie ins niederländische Arnheim.
Seit 2016 leitet Anja Schöne das LUTZ Hagen
Mit Beginn der Spielzeit 2016/17 übernahm Anja Schöne die Leitung des LUTZ am Theater Hagen. Das LUTZ richtet sich vor allem an ein junges Publikum und verbindet unterschiedliche Formen des Schauspiels, Musik- und Tanztheaters sowie partizipative Projekte. Die offizielle Teamseite des Theaters führt Schöne auch in der Spielzeit 2026/27 als Leiterin und Regisseurin.
Ihre Arbeit lässt sich dabei nicht auf klassische Regie reduzieren. Schöne schreibt und bearbeitet Texte, entwickelt eigene Stücke und arbeitet genreübergreifend mit Schauspiel, Tanz und Musik. In ihrem aktuellen Repertoire am Theater Hagen finden sich beispielsweise Inszenierungen und Stückentwicklungen wie „Momo“, „Die Eiskönigin“, „Fotoalbum“, „Eine Odyssee“, „SECRETS“ und „Aschenputtel oder Wo drückt denn der Schuh?“.
„Fotoalbum“ und partizipatives Theater
Ein Beispiel für diesen Ansatz ist „Fotoalbum oder Bilder, die die Welt bedeuten können“. Das Theater Hagen beschreibt die Produktion als partizipative Theaterperformance über Demokratie. Schöne zeichnet für Text und Inszenierung verantwortlich. Ausgangspunkt sind unter anderem Motive aus Liz Kesslers Roman „Als die Welt uns gehörte“. Das Publikum wird dabei nicht nur mit einer historischen Erzählung konfrontiert, sondern in die Auseinandersetzung mit Bildern, Erinnerung und Meinungsbildung einbezogen.
2026 gehörte „Fotoalbum“ zum Wettbewerbsprogramm des WESTWIND Festivals für junges Publikum in Nordrhein-Westfalen. Das Stück wurde dort vom LUTZ Hagen präsentiert und für ein Publikum ab 13 Jahren angekündigt. Die Festivalbeschreibung betonte insbesondere die Verbindung von Schauspiel, direkter Beteiligung des Publikums und einem gemeinsamen Erfahrungsraum.
„Wazn Teez?“: Anja Schöne als Übersetzerin
Eine ungewöhnliche Arbeit außerhalb der klassischen Theaterregie entstand mit dem Bilderbuch „Wazn Teez?“ der US-amerikanischen Autorin und Illustratorin Carson Ellis. Gemeinsam mit dem Kabarettisten und Autor Jess Jochimsen übertrug Anja Schöne das englische Original „Du Iz Tak?“ für die deutsche Ausgabe.
Dabei handelte es sich nicht um eine gewöhnliche Wort-für-Wort-Übersetzung. Die Insektenfiguren des Buches sprechen eine erfundene Sprache. Für die deutsche Fassung musste deshalb eine Kunstsprache entstehen, deren Wortbildung und Klang für deutschsprachige Leserinnen und Leser funktionieren. Der Dachverband Jugendliteratur hebt hervor, dass die Sprachstruktur so gestaltet wurde, dass sich der Inhalt trotz der erfundenen Begriffe erschließen lässt.
Der NordSüd Verlag veröffentlichte die deutsche Ausgabe 2017. 2018 wurde „Wazn Teez?“ in der Kategorie Bilderbuch für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.
Literaturpreis für „Septembermädchen“
Anja Schöne schreibt neben Theatertexten auch literarische Arbeiten. Beim Moerser Literaturpreis 2011 erreichte sie mit ihrem Text „Septembermädchen“ den dritten Platz. Das Wettbewerbsthema lautete in diesem Jahr „Dabei sein“. Der erste Preis ging an Frank Karner, der zweite an Ronald Pacholski und der dritte an Anja Schöne.
Diese genaue Einordnung ist wichtig, weil in einzelnen Kurzbiografien verkürzt davon gesprochen wird, Schöne habe den „Moerser Literaturpreis“ erhalten. Das offizielle Preisarchiv weist ausdrücklich den 3. Preis 2011 für „Septembermädchen“ aus.
Wichtige Stationen im Überblick
| Jahr/Zeitraum | Station |
|---|---|
| 2004 | Magisterabschluss an der Universität zu Köln |
| nach 2004 | Regieassistenz am Staatstheater Stuttgart |
| anschließend | Zwei Jahre Regieassistenz am Schlosstheater Moers |
| ab 2007 | Freie Regisseurin und Autorin |
| 2008–2013 | Jugendprojekte am Jungen Schauspielhaus Bochum |
| 2010 | „Just do it“ gehört zu den bei „Kinder zum Olymp!“ ausgezeichneten Projekten |
| 2011 | 3. Preis beim Moerser Literaturpreis für „Septembermädchen“ |
| 2013–2016 | Hausregisseurin und Mitglied des Leitungsteams am Horizont Theater Köln |
| seit 2016/17 | Leiterin des LUTZ am Theater Hagen |
| 2017 | Veröffentlichung der deutschen Fassung von „Wazn Teez?“ |
| 2018 | „Wazn Teez?“ für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert |
| 2026 | „Fotoalbum“ im Wettbewerbsprogramm von WESTWIND |
Was prägt die Arbeit von Anja Schöne?
Ein wiederkehrender Bestandteil ihrer Laufbahn ist die Verbindung von professioneller Theaterarbeit und kultureller Bildung. Bereits während ihrer Zeit in Moers arbeitete Schöne mit Schulen; später folgten Jugendclubs, Schreib- und Theaterprojekte sowie Produktionen, bei denen junge Menschen aktiv an der Entwicklung beteiligt waren.
Auch ihre Produktionen am LUTZ bewegen sich zwischen Schauspiel, Literaturbearbeitung, Musik, Tanz und Beteiligungsformaten. Damit steht weniger ein einzelnes Genre im Mittelpunkt als die Frage, wie Theater unterschiedliche Altersgruppen erreichen und sie unmittelbar in Geschichten und Themen einbeziehen kann.
Häufig gestellte Fragen zu Anja Schöne
Wer ist Anja Schöne?
Anja Schöne ist eine 1978 in Krefeld geborene deutsche Regisseurin und Autorin. Seit der Spielzeit 2016/17 leitet sie das LUTZ am Theater Hagen.
Wie alt ist Anja Schöne?
Da nur ihr Geburtsjahr 1978 öffentlich angegeben wird und kein belastbares vollständiges Geburtsdatum vorliegt, lässt sich ihr Alter nicht für jeden Zeitpunkt des Jahres exakt bestimmen.
Was hat Anja Schöne studiert?
Sie studierte Germanistik, Anglistik sowie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft an der Universität zu Köln und schloss 2004 mit dem Magisterexamen ab. Zusätzlich studierte sie Comunicación Audiovisual an der Universidad de Málaga.
Was ist das LUTZ Hagen?
Das LUTZ ist die Sparte des Theater Hagen für junges Publikum. Anja Schöne leitet diesen Bereich seit der Spielzeit 2016/17 und arbeitet dort unter anderem als Regisseurin und Autorin.
Welche Verbindung hat Anja Schöne zu „Wazn Teez?“?
Gemeinsam mit Jess Jochimsen entwickelte sie die deutsche Übertragung der von Carson Ellis erfundenen Insektensprache. Die deutsche Ausgabe erschien 2017 und wurde 2018 für den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Bilderbuch nominiert.
Hat Anja Schöne den Moerser Literaturpreis gewonnen?
Sie erreichte 2011 mit „Septembermädchen“ den dritten Preis beim Moerser Literaturpreis. Das geht aus dem offiziellen Preisarchiv der Moerser Gesellschaft hervor.
Fazit
Anja Schöne hat ihre berufliche Laufbahn konsequent mit Theater für ein junges Publikum, kultureller Bildung und genreübergreifender Bühnenarbeit verbunden. Von ihren frühen Regiearbeiten in Moers über Jugendprojekte in Bochum bis zur Leitung des LUTZ Hagen reicht ein Werdegang, in dem Regie, Schreiben und Beteiligung eng zusammengehören. Arbeiten wie „Fotoalbum“ und die deutsche Sprachfassung von „Wazn Teez?“ zeigen zugleich, dass ihr Tätigkeitsfeld über traditionelle Theaterinszenierungen hinausreicht.
siehe auch : Katarina Millowitsch: Die Tochter von Willy Millowitsch ging ihren eigenen Weg
